{"id":753,"date":"2018-05-17T15:24:22","date_gmt":"2018-05-17T13:24:22","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/?p=753"},"modified":"2019-05-29T15:25:23","modified_gmt":"2019-05-29T13:25:23","slug":"renovierter-bildstock-in-egg-gesegnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/?p=753","title":{"rendered":"Renovierter Bildstock in Egg gesegnet"},"content":{"rendered":"\n<p>Erinnerung an schadlos \u00fcberstandene Bombardierung im Zweiten Weltkrieg \u2013 Errichtet vom fr\u00fcheren B\u00fcrgermeister Georg Thalhammer<\/p>\n\n\n\n<p>Garching. Bildst\u00f6cke und Marterl stehen f\u00fcr Erinnerungskultur und Bekenntnis zum Glauben. Sie sind es wert, der Nachwelt erhalten zu bleiben und erz\u00e4hlen von au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ereignissen und auch oft von \u201ekleinen Wundern\u201c. So auch ein Bildstock in der N\u00e4he von Egg, der in den vergangenen Monaten renoviert wurde und der nun nach seiner Fertigstellung den kirchlichen Segen erhielt. Der Marienbildstock von Oberegg wurde 1946 von Georg Thalhammer, dem sp\u00e4teren B\u00fcrgermeister der Gemeinde Garching, unweit seines Bauernhofes errichtet. Ausl\u00f6ser zur Erstellung des Bildstocks war die Bombardierung des Garchinger Bahnhofs am 19. M\u00e4rz 1945. Die Wucht der Detonation schleuderte damals Eisenteile weit durch die Luft und hierbei wurde auch der Hof von Georg Thalhammer getroffen. Ein Metallteil durchschlug den Dachboden des Anwesens und landete schlie\u00dflich in der K\u00fcche. Wie durch ein Wunder kam niemand zu Schaden. Aus Dankbarkeit f\u00fcr den guten Ausgang dieses Ereignisses widmete Georg Thalhammer der Gottesmutter einen aus Ziegel gemauerten Bildstock, der mit einem Holzschindeldach versehen war und in dessen Nische eine Madonnenfigur aufgestellt wurde.1955 wurde eine junge Linde gepflanzt, die viele Jahre dem Flurdenkmal Schatten spendete. Wind und Wetter setzten in den vergangenen Jahrzehnten dem Bildstock sichtbar zu. 2015 wurde auch noch die Linde Opfer einer Windb\u00f6e. Der ebenfalls in Egg lebende Hans Aigner, ein Nachbar des Thalhammer-Anwesens und ehemaliger Pfarrgemeinderatsvorsitzender, wandte sich auch im Namen der Familie Thalhammer vor etwa zwei Jahren an den Garchinger Heimatbund mit der Bitte, sich dem Erhalt des heruntergekommenen Bildstocks und dessen Renovierung anzunehmen. Ortsheimatpfleger Helmut Meisl stellte sich mit Freude dieser Aufgabe. Bei der Planung der Renovierung versuchte er vor allem, den urspr\u00fcnglichen Charakter&nbsp;dieses Kleindenkmals zuerhalten. Er hatte das Gl\u00fcck, f\u00fcr dieses Projekt die passenden Leute zur&nbsp;Hand zu haben: den Marterl Beauftragten des Heimatbundes Franz Bauer, der die Maurerarbeiten ausf\u00fchrte, den Kirchenmaler Felix Parello f\u00fcr die k\u00fcnstlerische Ausgestaltung der Nische und den Schmied von W\u00f6lkham Peter Murner, der den restaurierten Bildstock mit einem kunstvoll verzierten Kupferdach schm\u00fcckte. Hans Aigner als Initiator der Instandsetzung legte ebenfalls mit Hand an. Er teilte sich mit Klaus Thalhammer, Sohn des ehemaligen Gemeindeoberhauptes und jetziger Hofbesitzer, die Kosten der Renovierung, die nach Abzug eines 500-Euro-Zuschusses durch die Gemeinde Garching noch verblieben. Klaus Thalhammer pflanzte auch wieder einen Lindenbaum hinter dem Bildstock. Mit einer Maiandacht erhielt der renovierte Marienbildstock nun den kirchlichen Segen. Eingangs der Feierstunde, an der rund 70 Personen teilnahmen, schilderte Ortsheimatpfleger Helmut Meisl die Hintergr\u00fcnde der Entstehung des Bildstocks, die auch bildlich auf dem von Felix Parello gemalten Votivbild festgehalten sind. Mit Blick auf den Bombenangriff im M\u00e4rz 1945 und auf das aktuelle Weltgeschehen&nbsp;stellte er den Frieden als das Thema der Maiandacht in den Mittelpunkt. Pfarrer Hans Speckbacher kn\u00fcpfte an die Worte des Ortsheimatpflegers an und betonte, dass Frieden mehr Mut erfordere als Krieg. \u201eDer Frieden bedarf auch Gottes Hilfe\u201c, so Pfarrer Speckbacher, der neben dem Weltfrieden auch um Frieden in den Familien und im eigenen Herzen betete. Er deutete den Bildstock als Erinnerungskultur f\u00fcr den Frieden und als Bekenntnis zum Glauben, ehe er dem Flurdenkmal den Segen erteilte. Einen feierlichen Rahmen verliehen dieser Stunde unter freiem Himmel die S\u00e4ngerinnen Resi Bernhart und Diana Aigner mit bekannten Marienliedern. Sie wurden dabei von der Volksmusikantin Rosi Ranzinger auf der Zither begleitet. Um Musikantin und Instrument vor dem drohenden und teilweise auch einsetzenden Regen zu sch\u00fctzen, stellte Hans Aigner seinen Pkw zur Verf\u00fcgung, wo Rosi Ranzinger in dem ger\u00e4umigen Laderaum ein originelles trockenes Pl\u00e4tzchen zum Musizieren fand.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerung an schadlos \u00fcberstandene Bombardierung im Zweiten Weltkrieg \u2013 Errichtet vom fr\u00fcheren B\u00fcrgermeister Georg Thalhammer Garching. Bildst\u00f6cke und Marterl stehen f\u00fcr Erinnerungskultur und Bekenntnis zum Glauben. Sie sind es wert, der Nachwelt erhalten zu bleiben und erz\u00e4hlen von au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ereignissen und auch oft von \u201ekleinen Wundern\u201c. 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