{"id":780,"date":"2016-01-04T15:44:30","date_gmt":"2016-01-04T14:44:30","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/?p=780"},"modified":"2019-05-29T15:45:36","modified_gmt":"2019-05-29T13:45:36","slug":"das-oettinger-land-band-35-jahresfolge-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/?p=780","title":{"rendered":"Das \u00d6ttinger Land, Band 35, Jahresfolge 2015"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"166\" height=\"240\" src=\"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/langsch200_Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-781\"\/><figcaption>Matth\u00e4us Langschartner<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das neue &#8222;Oettinger Land&#8220; umfasst auf 486 Seiten 30 Beitr\u00e4ge zur Heimatgeschichte. Einer davon ist die Fortsetzung der 2014 begonnen &#8222;\u2026 Geschichte des \u201eKleinen Mannes\u201c im \u201eGro\u00dfen Krieg\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Wo\u00adchen nur, dann ist al\u00adles vor\u00ad\u00fcber. Kein gro\u00ad\u00dfer Krieg, nein, ein paar Ma\u00adn\u00f6\u00adver, f\u00fcr die Sol\u00adda\u00adten ein &#8222;ko\u00adsten\u00adlo\u00adser Aus\u00adflug nach Pa\u00adris&#8220; &#8211; so ver\u00adsprach es die Re\u00adgie\u00adrung bei Kriegsbeginn. Die Men\u00adschen glaubten an den schnel\u00adlen Sieg, als am 31. Juli 1914 K\u00f6\u00adnig Lud\u00adwig III. \u00fcber Bay\u00adern den Aus\u00adnah\u00adme\u00adzu\u00adstand ver\u00adh\u00e4ng\u00adte. Daraus wurde nichts: Viereinhalb Jahre sp\u00e4ter ha\u00adben an die neun Mil\u00adlio\u00adnen Men\u00adschen ihr Le\u00adben ver\u00adlo\u00adren, sind 21 Mil\u00adlio\u00adnen ver\u00adwun\u00addet, Mil\u00adlio\u00adnen leben in Hun\u00adger und Elend.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der deutschen Bev\u00f6lkerung lebte 1914 zu Beginn des Ersten Weltkriegs von der Landwirtschaft und ausgerechnet im August zur Erntezeit mussten die M\u00e4nner ins Feld. Einer von ihnen war der Garchinger Matth\u00e4us Langschartner (Stadlerbauer in Ausleiten, Gemeinde Garching a. d. Alz). Seine Briefe von der Westfront in Frankreich geben eindrucksvoll Zeugnis \u00fcber die Leiden&nbsp; der Menschen \u201eim Felde\u201c, wie beispielsweise der Brief vom 9. Januar 1915:<br>\u201e<em>Lieb\u00adste Anna <\/em>\u2026 <em>Ge\u00adstern fr\u00fch 5 Uhr sind wir vom Sch\u00fct\u00adzen\u00adgra\u00adben her\u00adein\u00adge\u00adkom\u00admen und wie \u2013 durchn\u00e4\u00dft, vom Fu\u00df bis zum Kopf voll Lehm. 2 Tage wa\u00adren wir drau\u00dfen, 24 Stund hats un\u00adun\u00adter\u00adbro\u00adchen ge\u00adreg\u00adnet. Die Un\u00adter\u00adst\u00e4n\u00adde sind mei\u00adstens ein\u00adge\u00adfal\u00adlen, so bleibt ei\u00adnem nichts \u00fcb\u00adrig als ste\u00adhen blei\u00adben wo du stehst, sonst ver\u00adsinkst. Als wir in den Gra\u00adben die er\u00adste Kom\u00adpa\u00adnie ab\u00adl\u00f6\u00adsten gab\u00b4s man\u00adche k\u00f6st\u00adli\u00adche Hin\u00adder\u00adnis\u00adse, wir gin\u00adgen im Lauf\u00adgra\u00adben kei\u00adne 50 m, jetzt steckt schon ei\u00adner im Lehm, er bringt ab\u00adso\u00adlut sei\u00adne Ha\u00adxen nim\u00admer raus, wie\u00adder ei\u00adni\u00adge Me\u00adter stec\u00adken schon wie\u00adder 2 im Lehm. Der woll\u00adte dem an\u00adde\u00adren hel\u00adfen, jetzt stec\u00adken alle 2 drin, es war wirk\u00adlich zum La\u00adchen. Ei\u00adner ver\u00adlor sei\u00adnen Stie\u00adfel ganz, der war ei\u00adnen Tag mit ei\u00adnem Stie\u00adfel im Gra\u00adben. Zum Gl\u00fcck, hat er ge\u00adsagt, hat\u00b4s von der Ma\u00adschi\u00adnen\u00adge\u00adwehrab\u00adtei\u00adlung ei\u00adnen eine feind\u00adli\u00adche Ku\u00adgel t\u00f6d\u00adlich ge\u00adtrof\u00adfen u. so hat er von dem ei\u00adnen Stie\u00adfel be\u00adkom\u00admen.&#8220;&nbsp; <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Briefe lassen auch an Deutlichkeit nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, etwa wenn er schreibt: &#8220; <em>8 Tage fre\u00df ich mit der Sau, sag\u00adte neu\u00adlich ei\u00adner, wenn mor\u00adgen Frie\u00adde ist.&#8220;<\/em><br>\u00dcber 250 Feldpostbriefe und Karten Langschartners vom 7. August 1914 &#8211; <em>&#8222;in M\u00fcnchen flatterten tausend von Taschent\u00fccher voll Jubel und Begeisterung&#8220;<\/em> schreibt er da &#8211; bis 6. November 1918&nbsp; wurden ausgewertet, allein aus dem Berichtsjahr 1915 waren es 72.<br>Diese Frontberichte in Form von Briefen in die Heimat nehmen den Zahlen&nbsp; die Anonymit\u00e4t, wecken menschliches Mitgef\u00fchl und entlarven diesen \u201eTod f\u00fcr Kaiser, Volk und Vaterland\u201c als einen gigantischen und m\u00f6rderischen Schwindel, f\u00fcr den kaum einer der Verantwortlichen jemals zur Rechenschaft gezogen wurde. Zu beziehen ist das \u00d6ttinger Land im Buchhandel sowie in den Gesch\u00e4ftsstellen des ANA.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue &#8222;Oettinger Land&#8220; umfasst auf 486 Seiten 30 Beitr\u00e4ge zur Heimatgeschichte. Einer davon ist die Fortsetzung der 2014 begonnen &#8222;\u2026 Geschichte des \u201eKleinen Mannes\u201c im \u201eGro\u00dfen Krieg\u201c. Ein paar Wo\u00adchen nur, dann ist al\u00adles vor\u00ad\u00fcber. 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