{"id":797,"date":"2014-05-13T15:53:48","date_gmt":"2014-05-13T13:53:48","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/?p=797"},"modified":"2019-05-29T15:55:41","modified_gmt":"2019-05-29T13:55:41","slug":"ein-blick-auf-die-wurzeln-garchings","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/?p=797","title":{"rendered":"Ein Blick auf die Wurzeln Garchings"},"content":{"rendered":"\n<p>Heimatbund macht alte Arbeiterwohnung im Originalzustand zug\u00e4nglich \u2013 134 Besucher bei erster \u00d6ffnung \u2013 N\u00e4chste Besichtigung am Sonntag<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-2-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"618\" height=\"390\" src=\"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/kueche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-799\" srcset=\"https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/kueche.jpg 618w, https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/kueche-300x189.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 618px) 100vw, 618px\" \/><figcaption>In beeindruckender Detailtreue pr\u00e4sentiert sich in der Turnstra\u00dfe 1 vor allem die Wohnk\u00fcche, wie sie f\u00fcr die 1920er Jahre typisch war.  Fotos: Kaiser<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"106\" src=\"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/huber.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-798\"\/><figcaption>Paul Huber vom Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege (links) beim Betrachten einer Luftaufnahme der Siedlung aus dem Jahr 1938 mit Ortsheimatpfleger Helmut Meisl. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Garching. Ein altes Sofa, das in der K\u00fcche seinen Platz gefunden hat, entlockte B\u00fcrgermeister Christian Mende ein L\u00e4cheln. In ihm stiegen Erinnerungen aus l\u00e4ngst vergangenen Kindertagen auf, als er Gru\u00dfworte zur Er\u00f6ffnung der im Originalzustand restaurierten Arbeiterwohnung in der Turnstra\u00dfe 1 sprach: &#8222;Ich bin hier in der Siedlung aufgewachsen. Ich kenne jeden Keller, jeden Flur, die meisten Wohnungen und auch jeden Speicher. Genau das gleiche Sofa, wie es hier steht, hatten wir damals auch. Nur in Rot.&#8220;<br>\nIn den Worten des Gemeindeoberhauptes schwang das mit, was viele alte Garchinger mit der Restaurierung dieser Wohnung aus dem Jahr 1925 und der gesamten Siedlung verbinden: Hier kann jeder einen Blick auf die Wurzeln Garchings werfen. Wie Ortsheimatpfleger Helmut Meisl deutlich machte, ist es &#8222;der sozial eingestellten Unternehmensleitung der Bayerischen Stickstoffwerke um Nikodem Caro sowie dem k\u00f6niglichen Baurat Karl Janisch zu verdanken, was hier entstand&#8220;. Die 165 Wohneinheiten bildeten die &#8222;Altstadt&#8220; Garchings, eines Ortes, der bis zum damaligen Zeitpunkt nur 13 Anwesen umfasste.<br>\nDie Wohnungen besa\u00dfen f\u00fcr damals einen sehr guten Standard. Sie verf\u00fcgten beispielsweise \u00fcber flie\u00dfendes Wasser und moderne Toilettenanlagen. Der Heimatbund um seinen Vorsitzenden Peter Wolfmeier setzte alles daran, die 47 Quadratmeter gro\u00dfe Wohnung wieder originalgetreu zu restaurieren und einzurichten. Die zahlreichen G\u00e4ste schmunzelten bei der offiziellen Er\u00f6ffnung, als sie den alten Backofen in der K\u00fcche stehen sahen. &#8222;In dem kannst du den besten Schweinsbraten machen&#8220;, rief einer der geladenen Besucher. \u00dcber besagtem Ofen h\u00e4ngt ein selbst gestrickter Badeanzug aus Wolle, drau\u00dfen an der T\u00fcr prangt eine alte h\u00f6lzerne Klingelvorrichtung.<br>\nPeter Wolfmeier hob die &#8222;beachtliche Leistung der damals hier lebenden Gemeinschaft&#8220; hervor. Hier sei alles gut geregelt gewesen. Alle hielten sich daran: &#8222;Das kann man vielen jungen Leuten von heute schon nahebringen&#8220;, fand der Heimatbund-Vorsitzende und w\u00fcrdigte die Aufbauleistung der &#8222;Fabrikler&#8220;, die damals hier in Garching ihre Heimat gefunden hatten. &#8222;Dies hier ist keine Nostalgiesucht, sondern der Respekt vor diesen Menschen&#8220;, unterstrich dann auch Meisl.<br>\nMit Liebe zum Detail wurde seit zwei Jahren sehr akribisch an der Umsetzung der Idee gearbeitet. Damals hatte Eigent\u00fcmer Reinhold Tann dem Heimatbund die Wohnung f\u00fcr einen symbolischen Mietpreis von einem Euro \u00fcberlassen. Danach machte sich das emsige Team ans Werk. In engagiertem Miteinander wurde &#8222;ein Denkmal aus der Garchinger Gr\u00fcnderzeit geboren&#8220;, wie Meisl es nannte. Auch Paul Huber, der zust\u00e4ndige Referent des staatlichen Denkmalamtes, zeigte sich begeistert: &#8222;Es z\u00e4hlt f\u00fcr mich zu den sch\u00f6nsten Augenblicken meiner T\u00e4tigkeit, wenn ich das endg\u00fcltige Ergebnis betrachten kann.&#8220; Die Vertreter des Heimatbundes dankten allen Spendern, die teilweise Geld, aber auch viele &#8222;sachdienliche&#8220; Zeitzeugen gestiftet haben. F\u00fcr die originalgetreue Farbgebung in der Wohnung ist Kirchenmalermeisterin Katrin Lamperstorfer verantwortlich. Sie hatte zu Beginn die ersten Gutachten angefertigt. In kleinen Sichtfenstern an den W\u00e4nden kann der Betrachter nun die Abfolge der Farbschichten betrachten, in denen sich die Wohnung von damals bis heute pr\u00e4sentierte. Mit der Wohnung ist in Garching ein St\u00fcck Zeitgeschichte entstanden.<br>\nAm Sonntag war die Wohnung erstmals f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ge\u00f6ffnet. 134 Besucher z\u00e4hlten die Mitglieder des Heimatbunds, die w\u00e4hrend der \u00d6ffnungszeit vor Ort f\u00fcr Fragen und Ausk\u00fcnfte zur Verf\u00fcgung standen. Ortsheimatpfleger Helmut Meisl war vor allem von den vielen jungen Leuten \u00fcberrascht, die sich f\u00fcr die Wohnung interessierten. Er h\u00e4tte, wie er sagt, eigentlich mehr \u00e4ltere Besucher erwartet. \u00dcber diese breite Streuung des Altersspektrums und die hohe Besucherzahl zeigt sich der Heimatbund sehr erfreut.<br>\nBesichtigt werden kann die Wohnung wieder am kommenden Sonntag, 18. Mai, (&#8222;Museumstag&#8220;) von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Danach ist nach Mitteilung des Heimatbunds keine regelm\u00e4\u00dfige Besuchsm\u00f6glichkeit vorgesehen, sondern jeweils zu besonderen Anl\u00e4ssen. Die \u00d6ffnungen w\u00fcrden kurzfristig bekanntgegeben. Es besteht aber auch die M\u00f6glichkeit einer Bedarfs\u00f6ffnung der Wohnung f\u00fcr Gruppen nach vorheriger Vereinbarung mit Helmut Meisl, 08634\/ 8158, Dietmar Paul, 08634\/ 1522, oder Peter Wolfmeier, 08634\/66065.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heimatbund macht alte Arbeiterwohnung im Originalzustand zug\u00e4nglich \u2013 134 Besucher bei erster \u00d6ffnung \u2013 N\u00e4chste Besichtigung am Sonntag Garching. Ein altes Sofa, das in der K\u00fcche seinen Platz gefunden hat, entlockte B\u00fcrgermeister Christian Mende ein L\u00e4cheln. 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