{"id":825,"date":"2013-11-06T16:10:45","date_gmt":"2013-11-06T15:10:45","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/?p=825"},"modified":"2019-05-29T16:13:33","modified_gmt":"2019-05-29T14:13:33","slug":"arbeiterwohnung-in-der-turnstrasse-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/?p=825","title":{"rendered":"Arbeiterwohnung in der Turnstra\u00dfe 1"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Das ist genau wie damals&#8220;<br>Museumswohnung des Heimatbunds in der Janisch-Siedlung ist eingerichtet \u2013 R\u00fcdiger Ring an der St\u00e4tte seiner Kindheit \u2013 Er\u00f6ffnung im Fr\u00fchjahr<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Garching. <\/strong>Zugegeben, die Fenster sind neu \u2013 aber das ist auch schon alles. Ansonsten ist es den Mitgliedern des Heimatbunds vorbildlich gelungen, die Wohnung im ersten Stock des Hauses Turnstra\u00dfe 1 in der Janisch-Siedlung in ihren Originalzustand &#8222;zur\u00fcckzusanieren&#8220;. Etwa Mitte der 1920er Jahre ist die Siedlung errichtet worden als Arbeitersiedlung der damaligen SKW.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das ist wirklich pfundig, das ist genau wie damals.&#8220; Der das sagt, ist R\u00fcdiger Ring aus Garching \u2013 und er muss es wissen. Als Kind lebte er von etwa 1943 bis 1949 genau in dieser Wohnung. Aus dem Anzeiger hat er erfahren, dass der Heimatbund diese Wohnung gemietet hat und sie als Schauwohnung bzw. Museumswohnung rekonstruieren m\u00f6chte, um Besuchern vor Augen zu f\u00fchren, wie damals, von den 20er bis zu den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die Menschen lebten. Kurz nachdem er den Artikel gelesen hatte, war R\u00fcdiger Ring erstmals wieder als Besucher in seinem Kindheitsdomizil.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine alte Chaiselongue, ein K\u00fcchenbuffet, Tisch und St\u00fchle von damals \u2013 R\u00fcdiger Ring f\u00fchlt sich in der Wohnung sofort zur\u00fcckversetzt in seine Kindheit. Auch im Schlafzimmer mit Doppelbett, Schrank, Ofen und Kommode begegnet ihm alles so wie fr\u00fcher, wenngleich die M\u00f6bel nun etwas anders angeordnet sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei Bombenangriff versch\u00fcttet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei h\u00e4tte R\u00fcdiger Ring damals sein Zuhause bei einem Bombenangriff fast verloren. Er stammt urspr\u00fcnglich aus dem Haus der fr\u00fcheren B\u00e4ckerei G\u00f6bl, sp\u00e4ter Ranzinger. Nach dem Umzug in besagte Wohnung in der Turnstra\u00dfe 1 ging Ring jeden Tag um 6.30 Uhr mit seiner Mutter zu der B\u00e4ckerei, wo die Mutter arbeitete. Von dort f\u00fchrte sein Weg um 8 Uhr zur\u00fcck in die Schule am Janischplatz. Dann, am 19. M\u00e4rz, dem Josefitag 1945, geschah es: Um 11.45 Uhr fielen Bomben auf das Ranzinger-Haus und machten es dem Erdboden gleich. Der damals sechsj\u00e4hrige R\u00fcdiger wurde versch\u00fcttet. Nur mit ihren H\u00e4nden grub ihn seine Mutter aus den Tr\u00fcmmern wieder aus, erinnert sich R\u00fcdiger Ring heute noch genau. Ob ihre Wohnung in der vielleicht 700 Meter entfernten Janisch-Siedlung noch stand, wussten sie in dem Moment nicht. Die dichten Rauch- und Staubwolken nach dem Angriff hatten die gesamte Siedlung verh\u00fcllt, es war nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso mehr freut es R\u00fcdiger Ring heute, dass er die Wohnung wieder so erleben darf, wie sie damals war. &#8222;Wir haben gro\u00dfen Wert auf Detailgenauigkeit gelegt&#8220;, sagt Ortsheimatpfleger Helmut Meisl. Und das f\u00e4llt dem Besucher auch sofort auf, wenn er die R\u00e4ume betritt. \u00dcber dem Ofen in der K\u00fcche h\u00e4ngt an einer W\u00e4schetrockenspinne ein selbstgeh\u00e4kelter Badeanzug, unter der N\u00e4hmaschine stehen handgemachte nagelneue und noch nie getragene Schuhe von fr\u00fcher, neben dem Herd im Wohnraum liegt ein Kohlenkasten mit Schaufel, alle Steckdosen und Lichtschalter sind original Bakelit-Teile von damals, unterm Bett steht ein Nachttopf, auf der Matratze liegt eine kupferfarbene W\u00e4rmeflasche aus Metall und \u2013 Glanzpunkt der Detailverliebtheit \u2013 in der Toilette h\u00e4ngt an der Wand eine Drahtvorrichtung, an der zerschnittenes Zeitungspapier f\u00fcr einen eindeutigen Zweck aufgef\u00e4delt ist. Allein dieses Detail, das Helmut Meisl in einem Keller entdeckt hat, als Toilettenpapierhalter zu identifizieren, l\u00e4sst einen nicht zu untersch\u00e4tzenden heimatkundlich- detektivischen Sp\u00fcrsinn erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kinderzimmer steht ein Bettstadl, das Helmut Meisl und seiner Schwester in ihren fr\u00fchen Tagen selbst als Ruhest\u00e4tte diente, und ein alter Ofen, den Meisl vor kurzem erst auf dem Dachboden der Siedlung entdeckt hat. Das Kinderzimmer hat der Heimatbund gewisserma\u00dfen einer doppelten Nutzung zugef\u00fchrt, da hier au\u00dfer der alten Einrichtung auch eine Bilderdokumentation \u00fcber die Entstehung der Siedlung zu finden ist. Eine weitere Dokumentation \u00fcber die Arbeitswelt in den 1920er bis 1950er Jahren soll bis zur Er\u00f6ffnung der Wohnung im M\u00e4rz oder April n\u00e4chsten Jahres folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00f6bel in der Wohnung stammen zum gro\u00dfen Teil aus Privatspenden, das meiste davon von Sepp Scherm aus Garching. Die \u00fcbrigen Ausstattungsdetails haben Helmut Meisl und seine Mitstreiter vom Heimatbund auf dem Dachboden und in den Kellern der Janisch-Siedlung entdeckt oder auf Flohm\u00e4rkten erstanden. Was sie noch gut gebrauchen k\u00f6nnten und wo sie noch auf Spenden hoffen, weil das wohl mit am schwersten zu finden sein d\u00fcrfte: Spielzeug aus den 1920er Jahren, mit dem das Kinderzimmer seinen letzten Schliff bekommen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a9 2013 pnp.de<\/p>\n\n\n\n<p>fb<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-2-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"133\" src=\"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/ring.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-826\"\/><figcaption>R\u00fcdiger Ring in der wie zu seiner Kindheit ausgestatteten Wohnstube in der Turnstra\u00dfe 1<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"294\" src=\"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/schmidtner.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-828\"\/><figcaption>Heimatbundmitglied Franz Schmidtner montiert das original Kastenschloss der Wohnungst\u00fcre<\/figcaption><\/figure><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" width=\"618\" height=\"416\" src=\"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/schlaf.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-827\" srcset=\"https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/schlaf.jpg 618w, https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/schlaf-300x202.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 618px) 100vw, 618px\" \/><figcaption>Ein Blick in das Schlafzimmer<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Das ist genau wie damals&#8220;Museumswohnung des Heimatbunds in der Janisch-Siedlung ist eingerichtet \u2013 R\u00fcdiger Ring an der St\u00e4tte seiner Kindheit \u2013 Er\u00f6ffnung im Fr\u00fchjahr Garching. 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