{"id":836,"date":"2012-12-15T16:16:22","date_gmt":"2012-12-15T15:16:22","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/?p=836"},"modified":"2019-05-29T16:17:20","modified_gmt":"2019-05-29T14:17:20","slug":"eine-gruendliche-spurensuche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/?p=836","title":{"rendered":"Eine &#8222;gr\u00fcndliche&#8220; Spurensuche"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"618\" height=\"522\" src=\"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lampersdorfer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-837\" srcset=\"https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lampersdorfer.jpg 618w, https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lampersdorfer-300x253.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 618px) 100vw, 618px\" \/><figcaption>Sie hat sich einen kalten Arbeitsplatz ausgesucht: In der nicht beheizten Heimatbund-Wohnung der Janisch-Siedlung kratzte Katrin Lamperstorfer in mehreren Befundungsfenstern die \u00fcbereinander liegenden Farbschichten der W\u00e4nde ab: In der ehemaligen K\u00fcche fa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Kirchenmalermeisterin Katrin Lamperstorfer erforscht Heimatbund-Wohnung in der Janisch-Siedlung<\/p>\n\n\n\n<p>Garching. Detektivarbeit in altem Gem\u00e4uer: Mehrere Tage hat die Kirchenmalermeisterin Katrin Lamperstorfer aus T\u00f6ging in der leerstehenden Wohnung in der Turnstra\u00dfe&nbsp;1 zugebracht, um den &#8222;Urzustand&#8220; dieser Wohnung zu erkunden. Der Heimatbund hat die Wohnung gemietet, um sie wieder so auszustatten, wie sie sich etwa in den 20er Jahren, als die Janisch-Siedlung entstand, dargestellt hat. Dazu ging Katrin Lamperstorfer W\u00e4nden, Boden, Decken und T\u00fcren auf den Grund.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit ihrem Skalpell kratzte sie die Farbe an den W\u00e4nden vorsichtig Schicht f\u00fcr Schicht ab. In der fr\u00fcheren K\u00fcche wurde sie besonders f\u00fcndig: Unterhalb eines Sockels, der mit \u00f6lhaltiger Farbe die Wand vor Verschmutzung sch\u00fctzen sollte, entdeckt sie elf \u00fcbereinander liegende Farbschichten, \u00fcber der Sockellinie nur zwei. Ihre Erkl\u00e4rung daf\u00fcr: &#8222;Oberhalb war vermutlich auch tapeziert worden und beim Abl\u00f6sen der Tapeten d\u00fcrften einige der Farbschichten mit abgegangen sein.&#8220; Im Nebenzimmer best\u00e4tigt sich ihre Vermutung. An einer Ecke des T\u00fcrstocks findet sie winzige Tapetenreste. Sie wei\u00df, wo sie suchen muss: In Ecken und Fugen, wo man beim Renovieren alte Farbe und Tapeten am schwierigsten wegbekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Raum, wohl das fr\u00fchere Schlafzimmer der Eltern, entdeckt sie im Streiflicht der Arbeitslampe an einer Mauer kleinfl\u00e4chige Erhebungen: Hier war die Wand mit einem Blumenmuster gewalzt worden. Auch die W\u00f6lbungen an der Zimmerdecke erkl\u00e4ren sich schnell: Unter dem Putz sind Schilfmatten verlegt, die sich teilweise gesenkt haben. &#8222;Die isolieren ordentlich und sind gute Putztr\u00e4ger&#8220;, sagt Katrin Lamperstorfer und stimmt Heimatbund-Vorsitzenden Peter Wolfmeier zuversichtlich: Die W\u00f6lbungen lie\u00dfen sich problemlos beheben. Ganz anders stellt sich die Situation beim Boden dar: &#8222;Das wird das gr\u00f6\u00dfte Problem&#8220;, sagt die Kirchemalermeisterin. In einer Ecke hat sie den Kunststoffbelag entfernt und eine unerfreuliche Entdeckung gemacht: Die Holzdielen sind gut erhalten ? aber die Auslegware wurde aufgeklebt, und zwar bombenfest. Der Belag und der Klebstoff darunter w\u00fcrden wohl m\u00fchsam abgeschabt werden m\u00fcssen. Heimatbund-Vorsitzender Peter Wolfmeier will nicht ausschlie\u00dfen, dass sein Verein, der die &#8222;Renovierung&#8220; der alten Wohnung so weit als m\u00f6glich in Eigenregie durchf\u00fchren m\u00f6chte, f\u00fcr diese Bodenarbeiten eine Fachfirma heranziehen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>So wie an den W\u00e4nden findet Katrin Lamperstorfer auch an den T\u00fcren mehrere Farbschichten ? drei Lagen sind es hier. Ziel der Untersuchung ist, die farbliche Erstfassung von T\u00fcren und W\u00e4nden zu erkunden und diese dann \u00e4hnlich wieder zu gestalten ? wobei auch die Farbe dem damals verwendeten Material m\u00f6glichst nahe kommen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das weitere Vorgehen muss nun mit dem Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege, dem Landratsamt und dem Heimatbund koordiniert werden. Hilfreich w\u00e4ren daf\u00fcr auch Fotos, die zeigen, wie die Wohnungen der Janisch-Siedlung in der Entstehungszeit ausgesehen haben und eingerichtet waren, sagt Katrin Lamperstorfer. Wer noch solche Fotos haben sollte, kann sie gerne bei Peter Wolfmeier in der Nikolausstra\u00dfe 46 in Garching abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann kann\u2019s losgehen: Die Mitglieder des Heimatbunds werden dann nicht nur W\u00e4nde abspachteln, T\u00fcren und T\u00fcrst\u00f6cke anschleifen, einen Wasserschaden beheben, \u00d6lleitungen abbauen usw., sondern sich auch auf die Suche nach notwendigen Kleinigkeiten von fr\u00fcher machen wie Fenstergriffen, Steckdosen, Lichtschaltern, Lampen oder Vorhangstangen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Wohnungs-Projekt liegt seitens des Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege bereits eine Zuschusszusage \u00fcber 2500 Euro vor, teilt Kreisheimatpflegerin Renate Heinrich mit. Sie ist von dem Projekt begeistert: &#8222;Eine ganz tolle Sache!&#8220; \u00c4hnliches gebe es bereits im Heimatmuseum in T\u00f6ging. Besuchergruppen, mit denen sie in dem Museum war, seien von dem dort original eingerichteten alten Wohnraum immer am meisten fasziniert gewesen. &#8222;Es ist eine vorstellbare Sache, weil man mittendrin steht&#8220;, sagt Heinrich und es verk\u00f6rpere die neue Ausrichtung von Museen: das Museum als Zeitreise in der Jetzt-Zeit. F\u00fcr das Garchinger Projekt m\u00f6chte sich Peter Wolfmeier mit Zuschussantr\u00e4gen auch noch an den Bezirk Oberbayern, das Landratsamt Alt\u00f6tting und die Gemeinde Garching wenden. &nbsp; -fb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kirchenmalermeisterin Katrin Lamperstorfer erforscht Heimatbund-Wohnung in der Janisch-Siedlung Garching. Detektivarbeit in altem Gem\u00e4uer: Mehrere Tage hat die Kirchenmalermeisterin Katrin Lamperstorfer aus T\u00f6ging in der leerstehenden Wohnung in der Turnstra\u00dfe&nbsp;1 zugebracht, um den &#8222;Urzustand&#8220; dieser Wohnung zu erkunden. 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