{"id":850,"date":"2013-08-25T16:22:07","date_gmt":"2013-08-25T14:22:07","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/?p=850"},"modified":"2019-05-29T16:23:14","modified_gmt":"2019-05-29T14:23:14","slug":"die-museumswohnung-beginnt-zu-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heimatbund-garching.de\/?p=850","title":{"rendered":"Die Museumswohnung beginnt zu leben"},"content":{"rendered":"\n<p>Restaurierungsarbeiten des Heimatbunds in der Turnstra\u00dfe 1 kommen gut voran &#8211; B\u00f6den und W\u00e4nde fertig &#8211; Er\u00f6ffnung im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"153\" src=\"http:\/\/wordpress.heimatbund-garching.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/malermeister_01.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-851\"\/><figcaption>Malermeister i. R. Franz Pfundstein hat den R\u00e4umen neue Anstriche in den Farbt\u00f6nen der Erstausstattung verpasst. &#8211; Foto: Bartschies<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"text-align:left\">Garching. Die W\u00e4nde sind gestrichen, die B\u00f6den neu verlegt bzw. abgeschliffen. Was noch fehlt, sind einige Kleinigkeiten in der Installation und die Einrichtung. Dann kann die Museumswohnung der Janisch-Siedlung im ersten Stock des Hauses Turnstra\u00dfe 1 f\u00fcr die Besucher ge\u00f6ffnet werden. Sie soll ein Bild davon vermitteln, wie in den 20er Jahren gewohnt und gelebt wurde. Ortsheimatpfleger Helmut Meisl glaubt, dass die 42 Quadratmeter gro\u00dfe Wohnung im kommenden Fr\u00fchjahr der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Freude \u00fcber gro\u00dfe Solidarit\u00e4t Helmut Meisl, Dietmar Paul und Franz Pfundstein vom Heimatbund freuen sich nicht nur \u00fcber das bisherige Ergebnis, sondern auch und besonders dar\u00fcber, wieviel Solidarit\u00e4t sie neben Spenden seitens Handwerkern und Betrieben erlebt haben, die unentgeltlich geholfen oder nur Materialien in Rechnung gestellt h\u00e4tten. Mit zu den ehrenamtlichen Helfern z\u00e4hlt auch Ortsheimatpfleger Wolfgang Hopfgartner aus Raitenhaslach, der als Elektriker beispielsweise die Installation der Stromleitungen und eines neuen Sicherungskastens vorgenommen hat. Diesen Sicherungskasten werden Besucher sp\u00e4ter aber nicht sehen, da er verdeckt wird, wie Helmut Meisl erkl\u00e4rt. Was zu sehen sein wird ist ein original alter Sicherungskasten aus der 20er Jahen mit den damals \u00fcblichen Schraubsicherungen \u2013 der h\u00e4ngt heute aber nur noch als Attrappe an der Wand der Eingangsdiele.<\/p>\n\n\n\n<p>Original alt sind daf\u00fcr beispielsweise Steckdosen und Lichtschalter aus Bakelit. \u00dcberrascht waren alle Beteiligten, als sie mit der Restaurierung begannen, dass in der Wohnung bereits alle elektrischen Leitungen unter Putz verlegt waren \u2013 f\u00fcr die 20er Jahre durchaus nicht selbstverst\u00e4ndlich. Die Liebe zum Detail zeigt sich in der Wohnung in vielen Dingen. So pr\u00e4sentiert Dietmar Paul stolz eine Art Doppelsteckdose aus Keramik. Sie wurde in die Gl\u00fcbirnenfassung der Deckenlampe geschraubt, um darin dann die Gl\u00fchbirne einzudrehen und ein B\u00fcgeleisen anzustecken. So war das Kabel beim B\u00fcgeln nie im Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meiste Arbeit in der Wohnung hat bisher Malermeister i.&nbsp;R. Franz Pfundstein verrichtet. Er hat die T\u00fcren und s\u00e4mtliche R\u00e4ume \u2013 Wohnk\u00fcche, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Diele und Toilette \u2013 in den Erstfarben der Wohnung gestrichen. Diese sind aus Dokumentationsfenstern an den W\u00e4nden ersichtlich, die die Kirchenmalermeisterin Katrin Lamperstorfer bei ihrer Befundung im Dezember freigelegt hat (wir berichteten). Diese Dokumentationsfenster sind bei der jetzigen Restaurierung frei geblieben, damit die sp\u00e4teren Besucher erkennen k\u00f6nnen, wie viele und welche Farbschichten im Laufe der Zeit auf den W\u00e4nden aufgetragen waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass man sich in fr\u00fcheren Jahren gro\u00df Gedanken \u00fcber die Farbgebung gemacht hat, glaubt Franz Pfundstein nicht. &#8222;Man hat halt genommen, was an Farbe da war&#8220;, so seine Vermutung. Was heute nicht mehr dem Original entspricht, ist die Qualit\u00e4t der Farbe. Fr\u00fcher sei Farbe auf Kalkbasis verwendet worden. Dies w\u00e4re heute nicht mehr m\u00f6glich gewesen, da diese Farbe auf dem Untergrund nicht mehr gehalten h\u00e4tte. Deshalb seien die R\u00e4ume jetzt mit Silikatfarbe gestrichen. Die Farbgebung ist Pfundstein zufolge mit dem Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege abgesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Linoleum mitFlammenwerfer gel\u00f6st Ebenfalls viel Arbeit bereiteten die B\u00f6den. Das verlegte Linoleum auf dem urspr\u00fcnglichen Holzboden sei nur schwer abzuziehen gewesen, teilweise nur unter Erhitzung mittels eines Flammenwerfers, so Meisl. In der K\u00fcche wurde nun neues Linoleum verlegt, da der Holzboden genagelt ist und deshalb nicht h\u00e4tte abgeschliffen werden k\u00f6nnen, so wie es in Schlaf- und Kinderzimmer geschehen ist, erkl\u00e4rt der Ortsheimatpfleger.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch die Freiwillige Feuerwehr war bei der Restaurierung gefragt, nachdem es in der Toilette aufgrund schadhafter Dachschindel einen Wassereinbruch gegeben hatte. Die Feuerwehr erneuerte die Schindel und die Heimatbund-Mitglieder dichteten das durch den Wassereintrag entstandene Loch in der Toilettendecke mittels Schilfmatten ab \u2013 so wie fr\u00fcher. Hier fehlt jetzt nur noch ein gusseiserner Sp\u00fclkasten, der aber schon beschafft sei. Der Boden in Toilette und Diele zeigt sich noch im Originalzustand: als eingef\u00e4rbter Estrich.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kinderzimmer hat Helmut Meisl bereits damit begonnen, den Bau der Janisch-Siedlung mittels Bildern zu dokumentieren. In den \u00fcbrigen R\u00e4umen vermitteln die ersten M\u00f6belst\u00fccke bereits einen Eindruck vom h\u00e4uslichen Leben in den 20er Jahren. In der K\u00fcche stehen Buffet, Tisch und St\u00fchle und ein Eisenherd, an der Wand h\u00e4ngt ein alter Ausguss mit passendem Wasserhahn \u2013 beides von Wolfgang Hopfgartner aus dem Kloster Raitenhaslach organisiert. Was der Heimatbund f\u00fcr die Wohnk\u00fcche noch brauchen k\u00f6nnte, ist ein passendes Kanapee.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schlafzimmer zieren bereits Doppelbett und Schrank. Diese Einrichtung habe Josef Scherm aus dem Nachlass seine Gro\u00dfvaters zur Verf\u00fcgung gestellt, erkl\u00e4rt Helmut Meisl. Besonders stolz sind er und seine Helfer auf einen original Schlafzimmerofen, der einer mittlerweile verstorbenen Bewohnerin der Janisch-Siedlung geh\u00f6rt hatte und der sich auf einem Dachboden wiederfand.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Museum soll die Wohnung ab n\u00e4chstem Jahr den Besuchern einen Eindruck von den Lebensverh\u00e4ltnissen zur Entstehungszeit der Janisch-Siedlung vermitteln. Helmut Meisl denkt vor allem an Schulklassen, die sich hier gewisserma\u00dfen auf Zeitreise begeben k\u00f6nnten. Aber auch allen anderen Interessenten soll die Besichtigung m\u00f6glich sein. Daf\u00fcr, dass einem dann die T\u00fcre zur Wohnung ge\u00f6ffnet wird, bedarf es jedoch noch eines kleinen Details, das Helmut Meisl aber auch bereits als Originalst\u00fcck gehortet hat, das aber noch nicht installiert ist: einer Wohnungsklingel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Restaurierungsarbeiten des Heimatbunds in der Turnstra\u00dfe 1 kommen gut voran &#8211; B\u00f6den und W\u00e4nde fertig &#8211; Er\u00f6ffnung im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr Garching. Die W\u00e4nde sind gestrichen, die B\u00f6den neu verlegt bzw. abgeschliffen. Was noch fehlt, sind einige Kleinigkeiten in der Installation und die Einrichtung. 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