Sonderausstellung 2017 in Vorbereitung

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ANA 28.04.2016

Der erste Blick in die Ausstellung und auf das historische Mofa. Alfred Maurer hat die Exponate zusammengetragen und die Ausstellung gestaltet. Foto: Spielhofer
Eröffneten die Sonderausstellung „Die Fünfzigerjahre bei uns“ offiziell im Garchinger Heimatmuseum (von links): Alfred Maurer, Peter Wolfmeier, Kreisheimatpflegerin Renate Heinrich, Bürgermeister Christian Mende und Fritz Demmel. Foto: Wastl

Als es in Garching eine Polizeistation gab . . .

Ausstellung im Museum am Rathaus erinnert an die Fünfzigerjahre – Ab 1. Mai zu sehen – Eintritt frei

Garching. „Die Fünfzigerjahre bei uns“, so heißt die Sonderausstellung, die ab Mai im Museum am Rathaus zu sehen sein wird, organisiert und gestaltet vom Heimatbund Garching. Fritz Demmel hat das Konzept erarbeitet und Alfred Maurer hat die Exponate zusammengetragen und die Ausstellung gestaltet.

Auf Schautafeln und in Glasvitrinen ist allerlei zu lesen und zu sehen, was alles in den Fünfzigerjahren geschehen ist und was es alles gegeben hat. Bei einem Rundgang erklärte Alfred Maurer die Ausstellung vorab für die Heimatzeitung. Es sind Leihgaben von Privatpersonen, von anderen Heimatmuseen oder von der Gemeinde Garching. „Man muss nur wissen, wer was hat“, kommentierte Alfred Maurer schmunzelnd.

Gleich beim Betreten des Ausstellungsraumes im zweiten Stock ist ein Mofa, ein „Vicki“ M 50, Baujahr 1954, zu sehen. „Es ist im Original-Zustand, es ist nichts restauriert und wäre sogar fahrbereit“, erklärte Maurer. „Impressionen aus Garching“, heißt die erste Schautafel mit Fotos vom Ski-Springen in Wald/Alz, vom Krankenhaus in Garching, vom Schwimmbad in Hart oder von der Nähschule in Garching.

Ein ganzes Wohnzimmer mit Dekoration aus den Fünfzigerjahren lässt staunen. Dazu gibt es digital auf Knopfdruck den Neckermann-Katalog von 1958. In einer Vitrine sind Elektrogeräte ausgestellt: Bügeleisen, Fön, Trockenrasierer oder Toaster. In der nächsten Vitrine gibt es Modellautos der Marken Isetta, 500-er Fiat oder Goggomobil in den typischen Farben der Fünfzigerjahre. Großen Raum nimmt die Garchinger Kommunalpolitik ein. Der Rathaus-Bau, der Gemeinderat, der den Bau genehmigt hat und ins Rathaus eingezogen ist, die Bürgermeister oder das Garchinger Wappen. Weitere Schautafeln beschäftigen sich mit den Kirchen von Garching, mit der Wohnungsnot und dem Bauboom, dem Kriegerdenkmal, der Gründung des Heimatbundes 1953, dem ersten Volksfest 1953, damals noch mit Leistungsschau. Über das historische Alz-Hochwasser gibt es Fotos und einen Film, es gab eine Polizeistation und ein großes Postamt, die Erweiterung der Sportanlagen des TuS im Jahr 1954. „Garching war auch Faschingshochburg“, erklärte Maurer. Gilden kamen aus Salzburg, Freilassing, Traunstein oder München. Es gab zwei Kinos, das „Scala Filmtheater“ in Hart und das „Filmtheater Alztal“ in Garching.

Viel Zeit und Arbeit benötigte das Zusammentragen für die letzte Schautafel. Es sind Klassenfotos von allen vier Schulen in Wald, Mauerberg, Hart und Garching, jeweils von den ersten Klassen.

„Ich hoffe, dass die Ausstellung den Leuten gefällt, sie ist historisch wertvoll, auch für Nichtgarchinger ist sie interessant“, sagte Alfred Maurer in seiner beschiedenen Art.

ÖFFNUNGSZEITENDie Ausstellung ist von Mai bis Oktober jeden ersten und dritten Sonntag im Monat geöffnet von 10 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 17 Uhr. Nach Vereinbarung sind auch außerhalb der Öffnungszeiten Führungen möglich, auch für Gruppen. Anmeldung unter Tel. 08634 / 8434 oder 7228. Der Eintritt ist frei. Zum ersten Mal ist die Ausstellung am Sonntag, 1. Mai, geöffnet. rs

Garchings goldene Jahre ANA 03.05.2016

Ausstellung „Die Fünfzigerjahre bei uns“ eröffnet – Explodierende Einwohnerzahl – Bau-Euphorie

Garching. „Es ist schon etwas Besonderes, dass wir in Garching in regelmäßigen Abständen eine Ausstellung im Heimatmuseum haben, immer mit interessanten Themen“, so Bürgermeister Christian Mende einleitend bei der offiziellen Eröffnung der Sonderausstellung „Die Fünfzigerjahre bei uns“ am Freitag vor zahlreichen Gästen aus Heimatvereinen und aus der Gemeinde Garching. Im Mittelpunkt: Fritz Demmel und Alfred Maurer, die diese Ausstellung im Garchinger Heimatmuseum am Rathaus, Eingang Nikolausstraße, konzipiert und erstellt haben. Die Ausstellung ist von Mai bis Oktober jeden ersten und dritten Sonntag im Monat geöffnet von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr.

Bürgermeister Christian Mende verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass nicht nur die Jahrgänge 1950 bis 1959 die Ausstellung besuchen werden, sondern alle Jahrgänge und Generationen aus Nah und Fern, denn das erste friedliche Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg sei etwas Besonderes, gerade auch für Garching: „Entstand in den Zwanzigerjahren in Garching die SKW-Siedlung, so kam der wirkliche Bevölkerungsschub nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Heimatvertriebenen und Flüchtlingen.“ Als kleine Anerkennung für die Entbehrung ihres Ehemannes Alfred Maurer, überreichte Mende an Ursula Maurer einen bunten Blumenstrauß.

Auf die Veränderungen und das gemeindliche Selbstbewusstsein in Garching verwies Fritz Demmel in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmten seine Auswirkungen das tägliche Leben. Das Überleben war zwar gesichert, aber noch war Realität: Viele fern ihrer Heimat, zerrissene Familien, das Leben in Notwohnungen. Was sich veränderte, war die wachsende Zuversicht in die Zukunft. Diese wurde messbar im Wohnungsbau in Garching, der im Luftbild zu einem gemauerten „Fleckerlteppich“ führte. Grundstückspreise von einer Mark pro Quadratmeter waren machbar. Die „Neue Heimat“ errichtete Wohnungen an der Schillerstraße, Dreizimmerwohnungen bis zur Einzimmer-Küche-Bad-Wohnung. Bereits im Jahr 1951 hatten alle dort errichteten Wohnungen ein Bad! Wuchs in München in den Fünfzigerjahren die Einwohnerzahl um 27 Prozent, schnellte in Garching die Zahl der Einwohner um 65 Prozent in die Höhe. Neben der privaten Bau-Euphorie bekam Garching ein neues Rathaus, eine große Expositurkirche, Sportplatz und Kindergarten, letzterer „supermodern ausgestattet“.

Entstanden ist ein Schulzentrum mit vier Volksschulen und einer Landwirtschaftsschule, vier Pfarreien mit vier Pfarrern und einem Kaplan, drei Postämtern, eine Privatklinik, ein Polizeiposten, ein Bahnhof mit Bahnhofsvorstand und Bahnhofsrestauration. Das Gewerbe bestand aus einer Brauerei, Limonadenfabrikation, Möbelschreinereien, Motorradhändler, Automobilhäuser, Parfürmerien, landwirtschaftliches Lagerhaus, Uhrmachermeister, zwei Kinos, zwei Caféhäuser, Hutgeschäfte, Maßschneidereien. Ein enges Netz von Lebensmittelläden über das ganze Gemeindegebiet verteilt, machte es möglich, auf kurzen Wegen den täglichen Bedarf zu decken.

Fritz Demmel, der sich bei Alfred Maurer für die kollegiale Zusammenarbeit und den tatkräftigen Aufbau dieser Zeitreise bedankte, wünschte allen Besuchern bei einem Gang durch „Garchings goldene Jahre“ viel Freude.

Heimatbund-Vorsitzender Peter Wolfmeier freute sich über die zahlreiche Teilnahme an der Eröffnung. Dankesworte richtete Wolfmeier an Fritz Demmel und Alfred Maurer für die „geniale Ausstattung“ und die Idee für die Ausstellung.

Im Auftrag von Helmut Meisl verwies Peter Wolfmeier auf den Fotowettbewerb des Heimatbunds „Dahoam in Garching“ für Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren. Jeweils fünf aktuelle Fotos sind bis 15. September bei Fa. „ÜberDruck“, Brunnenhof, Garching, persönlich per Datenträger oder per E-Mail an fotowettbewerb@ueberdruck.de abzugeben. Preise im Gesamtwert von 2000 Euro sind zu gewinnen. mwa

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